Folge 31: Mit Kindern über Demenz sprechen – Einfühlsam und Offen kommunizieren

Demenz betrifft nicht nur die erkrankten Personen, sondern auch deren Umfeld – insbesondere Kinder, die oft nicht wissen, wie sie mit dieser neuen Realität umgehen sollen. Die neueste Folge des Podcasts „Chopfsach“ widmet sich genau diesem Thema und bietet wertvolle Einblicke und Tipps, wie Erwachsene Kinder aufklären und unterstützen können.

Wie sprechen wir mit Kindern über Demenz?

Die Kommunikation mit Kindern über Demenz will gut durchdacht sein. Kinder empfinden sehr feinfühlig und merken schnell, wenn etwas in der Familie anders ist. Es ist nie zu früh, um mit Kindern über Demenz zu sprechen, solange die Sprache an das Alter angepasst wird. Wichtig ist, dass wir Kindern erklären, dass sie nicht schuld an der Krankheit des Angehörigen sind und ihnen die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und ihre Gefühle auszudrücken.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Der Podcast berichtet von Alex, der mit seinen primarschulpflichtigen Töchtern über die Demenz seiner Eltern sprach. Für die Kinder bedeutete das, dass sie ihre Grosseltern anders wahrnehmen mussten, was neue Herausforderungen und Verhaltensweisen nach sich zog. Sie lernten, dass man Oma und Opa nicht korrigieren sollte, und entwickelten Strategien, um auf ihre Grosseltern einzugehen, beispielsweise mit einfachen, validierenden Antworten.

Den richtigen Zeitpunkt finden

Laut Karin Hofer Weber, der Autorin des Kinderbuchs „Anna mag Oma und Oma mag Äpfel“, ist es wichtig, frühzeitig mit Kindern zu reden. Das Medium Bilderbuch eignet sich besonders, um schwierige Themen kindgerecht zu vermitteln und Angst vor dem Unbekannten zu nehmen.

Wie Demenz kindgerecht erklären?

Ein bewährtes Bild ist das des Hauses im Kopf, in dem sich verschiedene Erinnerungen in Räumen befinden. Einige Türen zu diesen Räumen klemmen, andere sind verschlossen, wieder andere lassen sich ganz öffnen. So können Kinder verstehen, dass manche Erinnerungen zugänglicher bleiben als andere.

Der Umgang mit den eigenen Gefühlen

Für Kinder kann die Konfrontation mit Demenz belastend sein. Wichtig ist, dass wir ihre Gefühle ernst nehmen und ihnen zuhören. Zudem hilft gemeinsames Erleben – sei es das Schlendern durch ein Fotoalbum oder das Hören von Musik – sowohl Kindern als auch den demenzerkrankten Personen.

Die Bedeutung von Humor

Lachen ist erlaubt und sogar wichtig. Situationen, die absurd erscheinen, dürfen gemeinsam belächelt werden, solange es nicht auslachen ist, sondern mitlachen. Diese Leichtigkeit kann helfen, den Umgang mit der Krankheit zu erleichtern.

Schlussgedanken

Die Kommunikation über Demenz mit Kindern bietet eine wertvolle Gelegenheit, um Verständnis, Empathie und Geduld zu fördern. „Chopfsach“ lässt uns an den Erfahrungen von Betroffenen teilhaben und gibt Eltern und Bezugspersonen hilfreiche Tipps an die Hand, um Kinder auf diesem Weg zu begleiten.

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