Folge 34: Polypharmazie im Alter: Ein Balanceakt zwischen Lebensqualität und Machbarkeit

In der neuesten Episode widmen sich Alex Blunschi und Judith Kronbach dem komplexen Thema der Polypharmazie bei Demenz. Diese Thematik betrifft viele ältere Menschen, da die Anzahl der eingenommenen Medikamente mit zunehmendem Alter häufig steigt. Gleichzeitig bringt dies die Herausforderung mit sich, welche Medikamente notwendig sind und welche abgesetzt werden könnten, um die Lebensqualität zu verbessern.

Tabletten ohne Rückfragen

Alex erzählt zu Beginn der Episode von seinem persönlichen Erlebnis während einer Ayurveda-Kur, bei der er täglich Tabletten von der Ärztin erhielt, ohne zunächst die Inhalte zu hinterfragen. Dieses Erlebnis diente als Aufhänger, um darüber zu reflektieren, wie häufig Menschen Medikamente einnehmen, ohne die Notwendigkeit zu hinterfragen.

Sacha Beck über Behandlungsziele

Sacha Beck, ärztlicher Leiter der Age Medical Praxis in Zürich, betont die Wichtigkeit davon, regelmässig mit dem Arzt über die Behandlungsziele zu diskutieren. Insbesondere im Alter ist es entscheidend, dass die Behandlungsziele den geänderten Bedürfnissen und Wünschen der Patient:innen entsprechen. Er hebt hervor, dass ältere Menschen manchmal eine andere Priorität auf ihre Lebensqualität legen, als auf eine Lebensverlängerung.

Veränderungen im Alter und ihre Bedeutung für die Medikation

Im Alter verändert sich der Stoffwechsel, was Einfluss auf die Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Medikamenten hat. Die Leber- und Nierenfunktion, sowie die Aufnahme im Magen-Darm-Trakt können sich ändern, was die Anpassung der Medikation erforderlich macht. Dr. Beck erklärt, dass die Organe anders arbeiten, was dazu führen kann, dass Medikamente stärkere oder andere Wirkungen zeigen.

Der Umgang mit Polypharmazie und Nebenwirkungen

Ein zentraler Punkt ist, dass mit der Einnahme von mehreren Medikamenten auch die Risiken von Wechselwirkungen steigen. Wichtig dabei ist, dass sich die Wirksamkeit oft verringert, während das Risiko für Nebenwirkungen steigt. Judith Kronbach gibt zu bedenken, dass die gesellschaftliche Vorstellung, mit Medikamenten liesse sich Lebensqualität erzwingen, kritisch hinterfragt werden sollte.

Prävention und das Gespräch mit Ärzt:innen

Für ältere Menschen und ihre Angehörigen ist es wichtig, regelmässig zu überprüfen, ob die Medikamente noch den Behandlungsbedarf abdecken und welche eventuell abgesetzt werden könnten. Regelmässige Gesundheitsgespräche, mindestens einmal im Jahr, werden empfohlen, um sicherzustellen, dass die Medikation angepasst bleibt.

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