GFA Folge 3: Entlastung für Angehörige: Tageszentren als Stütze 

Mehr Informationen zur Spezialstaffel «Chopfsach - Demenz im Zentrum» finden Sie hier.

Wenn ein Mensch mit Demenz zu Hause betreut wird, brauchen auch Angehörige Entlastung. Frau Koch erzählt, was es für sie bedeutet, dass ihr Partner zweimal pro Woche das Tageszentrum Mattenhof besucht. Fachpersonen zeigen, wie solche Angebote Freiräume schaffen, den Alltag strukturieren und zugleich eine Brücke für spätere Schritte sein können.

Frau Koch erledigt einen Termin. Vielleicht trifft sie danach noch Freund*innen. Für ein paar Stunden muss sie nicht ständig auf die Uhr schauen oder daran denken, dass ihr Partner allein zu Hause ist. Zweimal pro Woche besucht er das Tageszentrum Mattenhof. Für ihn bedeutet das fachliche Betreuung, Aktivität und Abwechslung. Für sie bedeutet es vor allem eines: Zeit, in der sie nur etwas für sich selbst tun kann. 

In der dritten Folge der Spezialstaffel «Chopfsach – Demenz im Zentrum» der Gesundheitszentren für das Alter der Stadt Zürich geht es um Angehörige von Menschen mit Demenz und darum, wie Tageszentren auch sie entlasten können. 

Durchatmen für Angehörige 

Das Tageszentrum Mattenhof bietet nicht nur den Tagesgästen, sondern auch ihren Angehörigen eine wertvolle Pause. Frau Kochs pflegebedürftiger Partner ist zweimal pro Woche im Tageszentrum. Das entlastet sie: «Während ich meine Termine erledige, weiss ich, dass mein Partner gut betreut ist. So kann ich auch mal mit meinen Freund*innen Zeit verbringen, ohne ständig im Hinterkopf zu haben: Er ist allein, ich muss nach Hause.»

«Während ich meine Termine erledige, weiss ich, dass mein Partner gut betreut ist.»

Diese Entlastung ist für Angehörige besonders wichtig, da die Betreuung eines Menschen mit Demenz viel Kraft fordern kann. 

Jessica La Rosa, Leiterin des Sozialdienstes, unterstreicht die Bedeutung solcher Angebote: «Es geht nicht nur um die Betreuung der Tagesgäste, sondern auch darum, den Alltag der Angehörigen erträglicher und leichter zu gestalten.» Fürsorge kann auch sein, Hilfe anzunehmen und auf die eigenen Kräfte zu achten. 

Einblick in den Alltag des Tageszentrums 

Im Tageszentrum Mattenhof sind es vor allem die festen Strukturen und die abwechslungsreichen Aktivitäten, die den Gästen zugutekommen. Sabine Dätwyler, Leiterin des Tageszentrums, erklärt: «Wir bieten täglich verschiedene Aktivierungsprogramme an, welche die Gäste geistig und körperlich fordern.» Ob Wissensquiz, gemeinsames Singen und Musizieren oder körperliche Aktivitäten: Die Angebote sorgen für einen Tapetenwechsel und haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und Lebensqualität der pflegebedürftigen Personen. 

Ein vielseitiges Angebot zur Entlastung 

Das Tageszentrum bietet verschiedene Betreuungsmöglichkeiten: Tages- und Nacht- oder auch Ferienaufenthalte. «Diese Flexibilität ermöglicht es den Angehörigen, ihre eigenen Bedürfnisse besser zu koordinieren, während sie sicher sein können, dass ihre Liebsten in der Obhut eines engagierten Teams sind», erklärt Sabine Dätwyler. 

Ein Bindeglied für die Zukunft 

Für viele Gäste kann das Tageszentrum auch eine Brücke zu einem späteren dauerhaften Aufenthalt sein. Die bekannte Umgebung und vertraute Mitarbeitende können diesen Übergang erleichtern. «Die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen ist entscheidend, um Vertrauen aufzubauen und gemeinsam den besten Weg zu finden», sagt Sabine Dätwyler. 

Tageszentren sind mehr als nur Orte der Betreuung: Sie geben Angehörigen Zeit, um durchzuatmen und schaffen Freiräume für den eigenen Alltag. Gleichzeitig können sie eine gute Übergangslösung zwischen der Betreuung zu Hause und einem späteren Eintritt in ein Gesundheitszentrum sein. 

Über den Podcast

«Chopfsach – Demenz im Zentrum» ist eine Spezialstaffel in Zusammenarbeit mit den Gesundheitszentren für das Alter der Stadt Zürich. Bis Dezember erscheint alle zwei Wochen eine neue Folge. Als Nächstes: Einblick in den Alltag eines Wohnbereichs für Menschen mit Demenz im Gesundheitszentrum Bachwiesen. 

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GFA Folge 2: Das Leben und die Betreuung im Gesundheitszentrum